Bundeskonferenz der Eliteschulen des Sports

Auf Basis neuer Beschlusslagen der Kultus- und Sportministerkonferenz sowie des Deutschen Olympischen Sportbundes wird in den "Bundeskonferenzen der Eliteschulen des Sports" über die Weiterentwicklung der Eliteschulen diskutiert. Hierzu werden die jeweils zuständigen Vertreter der Landessportbünde, der Bundesfachverbände, der Sportminister- und Kultusministerkonferenz sowie die Schulleiter der Eliteschulen erwartet.

Die 7. Bundeskonferenz der Elitenschulen des Sports tagte in Dresden. Foto: picture-alliance
Die 7. Bundeskonferenz der Elitenschulen des Sports tagte in Dresden. Foto: picture-alliance

Auf Grundlage der „Vereinbarung zur Förderung leistungssportorientierter Schülerinnen und Schüler an den Eliteschulen des Sports im Verbundsystem Schule, Sport und Internat“, die von der Kultusministerkonferenz, der Sportministerkonferenz und dem Deutschen Olympischen Sportbundes beschlossen wurde, haben Vertreter der Eliteschulen des Sports die Anforderungen an die Partner Bildung und Leistungssport diskutiert.

Das Ziel von Bildung und Sport zur Umsetzung dieser Förderstrategie besteht darin, das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung einer dualen Karriere herausragender sportlicher Talente weiter zu schärfen und die sportlichen Talente bei ihrer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Damit mehr und besser ausgebildete sportliche Talente den Weg bis in die Weltspitze finden können ist über ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Qualitätsmanagement der Eliteschulen im Verbund von Schule, Sport und Internat diskutiert worden.

Vertreter/innen der Kultus- und Sportministerien, aller Eliteschulen des Sports, der Spitzenverbände, der Olympiastützpunkte und der Landessportbünde sowie weiterer beteiligter Institutionen haben die beiden Tage intensiv genutzt, um sich über Fördermaßnahmen auszutauschen.

Insgesamt waren 220 Teilnehmer/innen in die Elbmetropole gekommen. Sie wurden begrüßt vom Sächsischen Sportminister Prof. Dr. Roland Wöller, der Vorsitzenden der Kommission Sport der Kultusministerkonferenz Christine Streichert-Clivot, und dem Vertreter der Sparkassen-Finanzgruppe Ulrich Franzen.

Das Einführungsreferat hielt Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im DOSB, der eine Bewertung der Ergebnisse von Team D in PyeonChang mit der Darstellung der Ziele und Bestandteile der Leistungssportreform verband und die Einordnung der neuen Beschlussfassung in die Thematik der Dualen Karriere vornahm.

In einer von Almut Rudel vom MDR moderierten Interviewrunde mit verschiedenen Experten beeindruckten Eliteschülerin Anna Seidel, die bereits zum zweiten Mal im Shorttrack an den Olympischen Spielen teilnahm und Bobfahrer Nico Walther, der seine Silbermedaille aus PyeongChang mitgebracht hatte, mit eigenen Erfahrungen und wichtigen Eliteschul-Aspekten aus Sportlersicht.

Die Vorträge der Referenten befassten sich mit der neuen Beschlusslage, dem zukünftigen Qualitätsmanagement, den außergewöhnlichen Anforderungen an die Flexibilität der Eliteschulen, den Anforderungsprofilen an die Eliteschüler/innen und Aspekten der Stressbewältigung bzw. – Vermeidung. Zu diesen Themen wurde an beiden Tagen in verschiedenen Workshops intensiv diskutiert. Den Erfahrungsausaustausch im Westin Bellevue ermöglichten die Förderer der Konferenz, die Sparkassen-Finanzgruppe, Adecco, der DOSB und das Sächsische Kultusministerium.

Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot, fasste in ihrer Abschlussrede die Ergebnisse der Konferenz zusammen und gab einen Ausblick auf die großen gemeinsamen Aufgabenstellungen, die nun vor den Partnern aus Bildung und Leistungssport liegen. “Die 7. Bundeskonferenz der Eliteschulen des Sports ist ein Meilenstein für die altersgerechte und entwicklungsgemäße Begabungsförderung sportlicher Talente. Gute schulische und sportliche Leistungen lassen sich in Einklang bringen, wenn es vor Ort gelingt, ein Qualitätsmanagement zu organisieren, dass bundesweiten Anforderungen genügt und die Standortspezifik berücksichtigt.“

Dirk Schimmelpfennig spiegelte die Ergebnisse aus Sicht des Leistungssports und beschrieb die nächsten Schritte zur Umsetzung der gemeinsamen Beschlussfassung. Ein erster wichtiger Schritt wurde sogleich in Dresden vollzogen: Der Steuerkreis I, mandatiert von KMK, SMK und dem Spitzensportsystem, wurde berufen. Damit wurde das bundesweite Steuerungsgremium für die Eliteschulen des Sports installiert. „Die verabschiedete Beschlussfassung ist ein Meilenstein für die Weiterentwicklung der Eliteschulen des Sports“, sagte Schimmelpfennig. „Auf der 7. Bundeskonferenz haben wir gemeinsam in intensiven Diskussionen konkrete Maßstäbe und Anforderungen beschrieben, um dieses Verbundsystem aus Schule, Sport und Internaten zukünftig noch systematischer und erfolgreicher in das Team D zu integrieren."

(Quelle: DOSB)


Zu den Ergebnissen

Der inhaltliche Schwerpunkt der Konferenz richtete sich auf die Anforderungen an die Eliteschulen des Sports der Zukunft in Kooperation von Bildungssystem und Spitzensport. Bild: picture-alliance
Der inhaltliche Schwerpunkt der Konferenz richtete sich auf die Anforderungen an die Eliteschulen des Sports der Zukunft in Kooperation von Bildungssystem und Spitzensport. Bild: picture-alliance

KMK, Sportsystem und Eliteschulen des Sports verständigen sich zu Bedarf an Möglichkeiten zur effektiveren Förderung und individuelleren Konzepten.

Am 16. und 17. April richtete der DOSB in Partnerschaft mit der Kultusministerkonferenz und mit Unterstützung der Sparkassen-Finanzgruppe  die 6. Bundeskonferenz der Eliteschulen des Sports aus.

Dr. Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, blickte bei seiner Begrüßung noch einmal zurück auf die Olympischen Spiele in Sotschi. Dort waren 83 der 153 nominierten Sportler aktuelle oder ehemalige Eliteschüler des Sports und zudem an allen Medaillengewinnen der Deutschen Olympiamannschaft beteiligt. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich: „Die Eliteschulen des Sports sind dabei eine Erfolgsgeschichte. Aber keine Erfolgsgeschichte ist so gut, dass man sie nicht noch weiterentwickeln kann. […] Ich bin überzeugt: Wenn man an der Spitze bleiben möchte, muss man sich regelmäßig auf den Prüfstand stellen.“

Die Vorsitzende der KMK, Frau Brunhilde Kurth , Sächsische Staatsministerin für Kultus und selbst ehemalige Schulleiterin, bestätigte den hohen Stellenwert der Eliteschulen des Sports für die Förderung von Sporttalenten in Deutschland: „Politik und Sport in Deutschland bekennen sich zur herausragenden gesellschaftlichen Bedeutung des Spitzensports und streben auch zukünftig eine führende Position  im Weltsport an. Um diese langfristig zu sichern, bedarf es der Entwicklung von sportlichen Spitzenleistungen durch eine systematische Nachwuchsförderung. Eliteschulen des Sports sind fester Bestandteil der leistungssportlichen Förderstrukturen in Deutschland.“ Sie fügte hinzu: „Wir sind optimistisch, dass wir aufeinander zugehen und gemeinsame Wege finden werden.“

Neben Vorträgen zur Zielstellung (Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im DOSB), zur Neuausrichtung der Eliteschulen (Dr. Sven Baumgarten, Projektleiter Duale Karriere im DOSB) und zu den Anforderungen des Spitzensports (Dr. Antje Hoffmann aus Sicht des IAT Leipzig sowie aus der Sicht von drei exemplarischen Spitzenverbänden) standen für die hochrangigen Vertreter aus Sport, Politik und der 43 Eliteschulen des Sports intensive Diskussionen in verschiedenen Foren auf dem Programm. Die Flexibilisierung des Schulalltages wie auch die Synchronisierung im Jahres- und Wochenplan von Schule, Training und Wettkampf wurden thematisiert. Der inhaltliche Schwerpunkt richtete sich auf die Anforderungen an die Eliteschulen des Sports der Zukunft in Kooperation von Bildungssystem und Spitzensport.

Auch die in die Diskussionen einbezogenen Sportler wie einer der vielseitigsten Wasserspringer der Welt, Patrick Hausding, oder der Judoka Philipp Galandi (Abitur mit 1,0!) sowie die Vertreterin der Athletenkommission, Karina Winter, die sich als Bogenschützin auf die Spiele von Rio vorbereitet, machten deutlich, dass die Eliteschulen des Sports aus dem deutschen Sportfördersystem nicht mehr wegzudenken sind. Dennoch oder gerade deswegen wurde es im Konsens als notwendig gesehen, in den gemeinsamen Austausch zu treten, um das bestehende System weiter zu optimieren und an die von der Weltspitze abgeleiteten Bedarfe bestmöglich anzupassen. Hierfür sollen auch die Erfahrungen der „best practice“ Modelle, wie beispielsweise aus dem Schulversuch des additiven Abiturs in Potsdam, für andere Schulen und Länder genutzt werden. Dirk Loßack, Vorsitzender der Kommission Sport der KMK , machte deutlich: „Wir arbeiten gemeinsam daran und werden schauen, wie wir die Ergebnisse von Potsdam nutzen können –für eine länderübergreifende gemeinsame Initiative. […] Im Vorfeld der 6. Bundeskonferenz gab es schon diverse Gespräche zwischen DOSB und KMK. Wir haben bereits konkrete Schritte angedacht, die nun aufgrund der Ergebnisse der Konferenz präzisiert und umgesetzt werden sollen.“

Es wurde deutlich, dass durch die guten und vor allem auch offenen Gespräche und Diskussionen während der Konferenz der Grundstein für die geplante Neuausrichtung der Eliteschulen des Sports gelegt werden konnte. Auch für Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport des DOSB, war die Konferenz ein Erfolg: „Ich habe wahrgenommen, das wir hier miteinander gesprochen haben und nicht übereinander. […] Es waren offene Diskussionen. Es sind viele Perspektiven aufgetan worden. Wir müssen uns über Rahmenbedingungen unterhalten, wir müssen sie unserer Zielstellung anpassen, wir müssen sie gemeinsam optimieren. Und wir müssen uns auch Berufsfelder für Leistungssportler anschauen und perspektiven schaffen“, betonte Dirk Schimmelpfennig.

Die Ergebnisse der Konferenz werden nun durch ein Arbeitsgremium, bestehend aus Vertretern der KMK, des DOSB sowie den Eliteschulen des Sports, zusammengetragen, um auf dieser Basis die nächsten Schritte zu fixieren. Gleichzeitig wird der DOSB in Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnern aus Bildung und Sport bis Ende 2016 Zielprofile für alle Eliteschulen erarbeiten, bis Mitte 2017 erfolgt dann die Entwicklung eines Stufenplans für die Umsetzung im Olympiazyklus 2016 bis 2020

Nachfolgend finden Sie die Dokumente zu den Ergebnissen, Grußworten sowie den Referaten der 6. Bundeskonferenz der Eliteschulen des Sports.

Grußwort und Referate

Diskussionsforen



In Leverkusen fand im September 2012 die 5. Bundeskonferenz der Eliteschulen des Sports statt. Über 150 Teilnehmer diskutierten zum Thema duale Karriere.

Unter dem Titel „Eliteschulen des Sports – ein neuer Zyklus beginnt“ präsentierte Olav Spahl, Ressortleiter Nachwuchsleistungssport beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), die Resultate der turnusgemäßen Qualitätsanalyse an allen 41 Eliteschulen des Sports.

Spahl machte ebenfalls deutlich, welchen Beitrag die Eliteschulen des Sports letztlich für die Deutsche Olympiamannschaft leisten. Bei den Olympischen Spielen in London 2012 waren 104 der 392 nominierten Sportler aktuelle oder ehemalige Eliteschüler des Sports. Somit durchlief mehr als ein Viertel der Deutschen Olympiamannschaft die Eliteschulen des Sports. Eliteschüler des Sports waren an 31 von 44 Medaillengewinnen beteiligt.

In der anschließenden Talkrunde nahmen die Teilnehmer das duale System aus sportlicher und schulischer Förderung aus verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe. Dass an den Eliteschulen des Sports vieles getan wird um „nicht nur Athleten, die Spitzenleistungen erbringen können, auszubilden, sondern auch Vorbilder, die nachdenken und mündig sind“, wie von Olav Spahl postuliert, wurde von allen Diskutierenden bestätigt.

Mittelstreckenläufer Robin Schembera, ehemaliger Eliteschüler des Sports in Leverkusen, erinnerte daran, Abgängern der Eliteschulen des Sports größere Wahlmöglichkeiten in der Anschlussförderung, besonders in den Bereichen Studium und Berufsausbildung, zu verschaffen.

Die Verbindung von Sport und Schule über die Eliteschulen des Sports hinaus zu fördern, riet Werner Stürmann, Abteilungsleiter Sport, Sportstätten im Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Er wünsche sich, dass Sport auch in Grundschulen stärker gefördert würde und Studienplätze für Sportler zu quotieren.Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer auch darüber, dass standortgerechte Lösungen gesucht werden müssen, um Schule und Sport ideal zu vereinbaren. Ein gelungenes Beispiel für die zeitliche Flexibilisierung der schulischen Pflichten erläuterte Burkhard Jungkamp, Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg. Dort steht den Eliteschülern des Sports das additive Abitur zur Verfügung.

In Arbeitskreise aufgeteilt, diskutierten die Konferenzteilnehmer später mit verschiedenen Fachreferenten wie Ernährungsexpertin Kirsten Dickau und Sportpsychologe Lothas Linz über Themen wie „Sportgerechte Ernährung an den Eliteschulen des Sports“ oder „Motivation und Stressbewältigung“.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der abendliche Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Eliteschule des Sports Leverkusen in der BayArena. Über 200 Gäste waren der Einladung gefolgt und verbrachten einen unterhaltsamen aber auch informativen Abend mit ehemaligen und aktuellen Sportlern und Verantwortlichen des Verbundsystems in Leverkusen.

Am nächsten Morgen verschafften sich die Teilnehmer einen Einblick in einen Leistungssport anderer Art. Eileen Mägel von der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden informierte über das duale System an der privaten Hochschule, welche eine Ausbildung von der 5. Klasse bis zum Bachelor-Abschluss anbietet.

Dr. Carmen Borggrefe von der Universität Bielefeld betrachtete in ihrem Vortrag zu den „Möglichkeiten und Grenzen der spitzensportlichen Funktionalisierung von Schulen im Verbundsystem“ das im Konflitk zueinander stehende Rollenverhältnis Schüler – Athlet. Sie verwies darauf, dass in der individuellen Ausbalancierung dieser Rollen jeder Standort seinen Weg finden müsse. Letztlich würden immer die schulischen Anforderungen die sportlichen Möglichkeiten vorgeben.

Die sich anschließende Diskussion zeigte erneut, dass die Verbindung schulischer und sportlicher Höchstleistungen keinen Königsweg kennt, sondern individuelle Lösungen und hohes Engagement aller Beteiligten erfordert. Konsensfähig allerdings war das Fazit eines Konferenzteilnehmers: „Spitzensportliche Karrieren bedürfen einer strukturellen Absicherung, damit sie nicht zu biografischen Fallen werden!"

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