Schönig deutsche Speerspitze am letzten Leichtathletik-Tag

Mehr geht nicht: Fabienne Schönig hat die 100-Prozent-Ausbeute der deutschen Werfer bei den Olympischen Jugendspielen in Nanjing gesichert.

Speerwerferin Fabienne Schönig freute sich über Silber.
Speerwerferin Fabienne Schönig freute sich über Silber.

 Die Speerwerferin aus Wipperfürth holte am Montag im erneut mit rund 15.000 Zuschauern gut besuchten Olympiastadion die Silbermedaille (53,68 m). Sie musste sich nur der Weißrussin Hanna Tarassiuk geschlagen geben (59,52 m). Damit standen alle fünf gestarteten deutschen Werfer auf dem Podest.

Ich kann das noch gar nicht realisieren. Mir fehlen die Worte“, sagte die von Ex-Weltmeisterin Steffi Nerius mitbetreute Schönig: „Mein Ziel war, unter die ersten Sechs zu kommen. Ich bin froh, dass ich sogar Silber habe und meine Leistung abrufen konnte.“ Die Siegerin Hanna Tarassiuk stand bei der 17-Jährigen Deutschen von Beginn an als aussichtsreichste Konkurrentin auf dem Zettel: „Ich wusste, dass sie stark ist und mit mir und ihr zusammen sechs Athletinnen um die ersten drei Plätze kämpfen.“

Selbst der zwischendurch niedergegangene Regenschauer brachte Schönig nicht aus dem Konzept. „Der Regen war kein Problem. Ich habe mir sogar vorher Regen gewünscht. Unter Flutlicht und bei Regen habe ich auch meine besten Spiele als Fußballerin gemacht.“

In der Speerwurfkurve wurde Fabienne Schönig von Dutzenden Athletinnen und Athleten der Deutschen Jugend-Olympiamannschaft gefeiert. „Wir sind ein tolles Team hier, das war bei der Siegerehrung nicht zu überhören. Schön, dass alle da gewesen sind.“

Pech für Klosterhalfen und Demes

Am Morgen lief Konstanze Klosterhalfen (Bayer 04 Leverkusen) über 1500 Meter in 4:21,02 Minuten als Vierte ins Ziel. „Ich bin schon ziemlich enttäuscht. Ich dachte, die anderen hinter uns sind näher dran, vielleicht bin ich deshalb zu früh losgespurtet. Schade, jetzt muss ich mich mit dem vierten Platz zufrieden geben“, sagte sie. Vor rund 5000 Zuschauern im Olympiastadion hatte die 17-Jährige das Rennen unter erneut schwül-warmen Bedingungen von Anfang mitbestimmt. Angefeuert von einer großen Gruppe deutscher Athleten musste sie erst in der letzten Kurve Dalila Gosa aus Burundi Platz drei überlassen.

Riesenpech hatte Eileen Demes vom TV Neu-Isenburg. Sie stürzte im Finale über 400 Meter Hürden an der drittletzten Hürde und wurde Achte. „Ich war so gut dabei, es hat sich so gut angefühlt“, sagte Demes voller Enttäuschung. Bis dahin lag sie aussichtsreich im Medaillenrennen, doch dann blieb die 16-Jährige mit dem Schwungbein an der Hürde der Nachbarbahn hängen und landete auf der Tartanbahn.

Peters: Athleten haben sehr hochwertige Leistungen erzielt

Leichtathletik-Teamleiter Jörg Peter zog zum Abschluss der Stadion-Wettbewerbe (am Dienstag folgt noch eine 8×100-Meter-Staffel auf der Straße) eine positive Bilanz: „Dieses Abschneiden haben wir uns gewünscht, erhofft, erträumt, aber es ist nie ein Selbstläufer. Es ging hier in Nanjing sehr, sehr viel auf. Wir sind mit allen zufrieden.“ Die Athletinnen und Athleten hätten „sehr hochwertige Leistungen“ erzielt, darunter zwei deutsche U18-Bestleistungen. Insgesamt sei der Stellenwert der Olympischen Jugendspiele hoch. „Es nimmt zwar nur ein Athlet pro Land teil, aber die meisten haben sich über Kontinentalausscheidungen qualifiziert, es herrscht also ein sehr hohes Niveau“, sagte Peter, der besonders den Zusammenhalt innerhalb des Teams lobte. „Sie sind eine sehr gute Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und sich auch in der gesamten Mannschaft sehr wohl fühlt.“

Golfer im Medaillenkampf noch dabei

Olivia Cowan (GC St. Leon-Rot) und Jonas Liebich (GC Olching) kämpfen nach einer mäßigen Runde im Zhongshan International Golf Club trotzdem weiter um die Medaillen. Am zweiten Tag des Mixed-Wettbewerbs spielten die beiden gemeinsam eine Par-Runde. „Olivia und Jonas haben solide angefangen. Nach einem kleinen Fehler haben sie dann ihren Rhythmus verloren“, sagte Teamleiter Ulrich Eckhardt. „Mit drei Birdies an den letzten vier Löchern haben sie zum Glück noch eine 72er-Runde hinbekommen.“

Nach der dreizehntbesten Tagesleistung liegen die jungen Deutschen in der Gesamtwertung auf Rang sieben, drei Schläge hinter dem Podest und fünf Schläge hinter dem führenden dänischen Team. Zum Abschluss spielen beide Deutsche eine Einzelrunde. „Es ist noch alles drin“, meinte Eckhardt.

Beachvolleyballerinnen weiter im Spiel

Die Beachvolleyballerinnen Lisa Arnholdt/Sarah Schneider (TSV Frankenberg/DJK Schwäbisch Gmünd) erreichten mit einem 2:1-Erfolg (19:21, 21:13, 15:9) gegen die Tschechinnen Valkova/Adamcikova das Halbfinale am Dienstag, wo sie auf die kanadischen Zwillinge Megan und Nicole McNamara treffen. „Die Mädels hatten wieder Startschwierigkeiten, haben das Spiel dann aber gut gedreht und einen sehr überzeugenden dritten Satz gespielt“, sagte Teamleiterin Silke Lüdicke. „Für morgen werden wir daran arbeiten, dass die Spannung gleich von Anfang an voll da ist.“

Niklas Rudolf/Eric Stadie (beide VCO Berlin) mussten sich dagegen nach einem rund einstündigen Kampf gegen die argentinische Kombination Aulisi/Aveiro mit 1:2 (22:20, 18:21, 17:19) geschlagen geben. „Das war ein sensationelles, megageiles Spiel von allen Vieren, wahnsinnig spannend“, kommentierte Lüdicke. „Natürlich sind die Jungs jetzt total geknickt, aber sie haben über die ganzen Tage hier eine super Leistung gebracht.“

Drei Matchbälle verspielten Rudolf/Stadie, ehe Aulisi/Aveiro ihrerseits das Spiel machen. Die Erklärung dafür lieferte Trainerin Lüdicke: „In den entscheidenden Situationen haben Niklas und Eric eher auf die Fehler der Gegner gehofft, statt das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen. Wenn sie im Rückblick daraus lernen, werden sie so ein Spiel nicht noch einmal verlieren.“

Mosebach unglücklicher Vierter im Ringen

Ringer Karan Mosebach (Magdeburger SV) wurde im griechisch-römischen Stil in der Klasse bis 69 Kilo Vierter. Nach zwei klaren Siegen zu Beginn musste er sich im letzten Kampf der Poolrunde Mason Manville aus den USA geschlagen geben und unterlag im Kampf um Bronze dem Kasachen Jewgenij Poliwadow. „Karan hat gut angefangen, konnte das Niveau aber leider nicht halten. In den letzten beiden Kämpfen hatte er gute Gegner, aber er hätte sie durchaus schlagen können“, resümierte Trainer Maik Bullmann. „Ich glaube, Karan war ein bisschen erschlagen von der Atmosphäre hier und doch recht nervös.“ Der Olympiasieger von 1992 zog dennoch ein positives Fazit: „Der vierte Platz ist natürlich undankbar, aber Karan ist ein junger Athlet und das ist ein Riesen-Event für ihn, das ihn sicherlich weiter bringt.“

Basketballerinnen ausgeschieden

Für die deutschen Basketball-Mädchen sind die Olympischen Jugendspiele beendet. Am Nachmittag hatte das Team von Trainer Kay Blümel mit einem 9:5-Sieg über Thailand zwar noch das Viertelfinale erreicht, doch dort unterlagen sie dem starken Team aus Ungarn 13:20. „Natürlich hätten wir gerne das Halbfinale erreicht, aber die Ungarinnen waren heute einfach besser“, sagte Blümel. „Wir sind mit den Mädchen sehr zufrieden. Das Viertelfinale ist mehr, als wir uns erhofft hatten, insbesondere wenn man Aliyah Konates Verletzung berücksichtigt. Die Mädels haben das toll gemacht.“ Die Jungs waren am Sonntag in der Vorrunde auf der Strecke geblieben.

Josefin Schneider vom Dresdner SC erreichte im Wasserspringen vom Drei-Meter-Brett den zehnten Platz.

Die Hockey-Jungen erkämpften im Spiel um Platz neun einen 5:4-Sieg gegen Bangladesch.Splitter von den Olympischen Jugendspielen

Splitter von den Olympischen Jugendspielen

OLYMPIAPASS
Vom Besuch eines Champions-League-Spieles des FC Bayern bis hin zu einem Wochenende in Köln mit einem Besuch eines Bundesliga-Spiels des 1. FC Köln über Einkaufsvorteile, Fotosessions bis hin zu Reisepaketen, Fotobüchern und Wettkampffotos, einem Blick hinter die Kulissen der Lufthansa bis hin zu Produktpaketen: Adidas, Audi, Sparkasse, Dertour, Felix Schoeller Group, Lufthansa, Sioux, picture alliance, Panasonic und P&G – die Partner der Deutschen Olympiamannschaft haben sich für die in Nanjing teilnehmenden Athletinnen und Athleten einen bunten Strauß an Überraschungen einfallen lassen. Dafür erhielten alle Sportlerinnen und Sportler einen Olympiapass in Form und Größe eines Personalausweises durch die Bundesdruckerei. Damit können die Sportler die vielen Goodies nach den Spielen abrufen.

SIEGEREHRUNG
In Anwesenheit von IOC-Präsident Thomas Bach und Chinas Basketball-Idol Yao Ming wird Ingo Weiss, der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend (dsj) und Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB), am Dienstag zusammen mit einem IOC-Mitglied die Siegerehrung des 3×3-Basketball-Turniers vornehmen. Dabei vertritt Weiss, der Vorsitzender der Jugendkommission des Basketball-Weltverbandes FIBA ist, FIBA-Präsident Yvan Mainini und FIBA-Generalsekretär Patrick Baumann, die bereits zur Vorbereitung des FIBA-Weltkongresses abgereist sind.

EINGETROFFEN
Seit Montag ist DOSB-Generaldirektor Michael Vesper in Nanjing, um die Olympischen Jugendspiele zu besuchen. Er bleibt bis Freitag und wird mit der Deutschen Jugend-Olympiamannschaft die Heimreise antreten.

(Quelle: DOSB)


  • Speerwerferin Fabienne Schönig freute sich über Silber.
    Speerwerferin Fabienne Schönig freute sich über Silber.
  • Konstanze Klosterhalfen lief als beste Europäerin über 1500 Meter nach couragiertem Rennen auf Platz vier.
    Konstanze Klosterhalfen lief als beste Europäerin über 1500 Meter nach couragiertem Rennen auf Platz vier.
  • Als Bronzemedaillengewinnerin wurde am Montag Kugelstoßerin Anika Nehls geehrt. Ihr Wettkampf fand am Vorabend statt.
    Als Bronzemedaillengewinnerin wurde am Montag Kugelstoßerin Anika Nehls geehrt. Ihr Wettkampf fand am Vorabend statt.
  • Riesiges Pech für Eileen Demes, die an der drittletzten Hürde stürzte und damit alle Chancen einbüßte.
    Riesiges Pech für Eileen Demes, die an der drittletzten Hürde stürzte und damit alle Chancen einbüßte.
  • Ringer Karan Mosebach (hier im verlorenen letzten Pool-Kampf) belegte am Ende Platz vier.
    Ringer Karan Mosebach (hier im verlorenen letzten Pool-Kampf) belegte am Ende Platz vier.
  • Kleine Karte, große Überraschungen: Der Olympiapass präsentiert von Badmintonspieler Max Weißkirchen, Juniorbotschafterin Marlene Gomez Islinger und Triathlet Peer Sönksen (v.l.) Alle Fotos: DOSB
    Kleine Karte, große Überraschungen: Der Olympiapass präsentiert von Badmintonspieler Max Weißkirchen, Juniorbotschafterin Marlene Gomez Islinger und Triathlet Peer Sönksen (v.l.) Alle Fotos: DOSB

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