Mutmacher*innen

Die 30-Jahr-Feier des Programms „Integration durch Sport“ hat erneut unterstrichen, wie stark die Kraft des Sports ist, Menschen zu verbinden.

Talkrunde (v.li.) mit Paul Schlee, Ali Ahmad, Sebastian Ploog, Jasmin Blümel-Hillebrand, Katrin Müller-Hohenstein und Frank Eser Foto: Zöhre Kurc
Talkrunde (v.li.) mit Paul Schlee, Ali Ahmad, Sebastian Ploog, Jasmin Blümel-Hillebrand, Katrin Müller-Hohenstein und Frank Eser Foto: Zöhre Kurc

Besser und schöner kann man es nicht ausdrücken. „Integration bedeutet für mich, die Leute zu verstehen und zu akzeptieren und akzeptiert und verstanden zu werden.“ Ali Ahmad hat genau dies durch den Sport erlebt. Er kam 2015 aus Syrien nach Deutschland, hat durch den Sport, ganz genau durch das Programm „Integration durch Sport“, nicht nur Freunde gewonnen, sondern auch seinen Platz im Berufsleben gefunden, am Theater in Hamburg. Und er liebt seinen Sport Parkour.

Jasmin Blümel-Hillebrand, ehemalige deutsche Leistungsringerin mit afro-brasilianischen Wurzeln, liebt ihren Sport ebenfalls. Sie sagt sogar, dass sie ohne das Ringen nicht mehr am Leben wäre. Nach einem schrecklichen Erlebnis mit einem Angriff dreier Rechtsradikaler im Alter von zehn Jahren, das sie nur durch großes Glück überlebte, half ihr der Sport aus ihrem „emotionalen Gefängnis“ heraus. „Ich wollte nur noch trainieren, dass mir das nie wieder passiert“, sagte sie beim Parlamentarischen Abend des Deutschen Sports in Berlin. Und sie sagte auch dies: „Die Ringerhalle ist meine Heimat, meine Oase, meine Insel.“

Mitten in einer Welt, in der eben nicht alle Menschen verstanden und so akzeptiert werden wie sie sind: Genau an diesem Abend in Berlin, an dem Jasmin Blümel-Hillebrand mutig mehr als 400 Menschen ihre Geschichte erzählt und überdies auf die erschreckende und sich wandelnde Stimmung im Land und den sich abzeichnenden Rechtsruck hingewiesen hatte, startete ein politischer Vertreter einer Partei den Versuch, sie für ihre Aussagen zu maßregeln. Jasmin Blümel-Hillebrand aber blieb stark, bestimmt und klar.

Der Sport hat, nicht zuletzt durch das Bundesprogramm „Integration durch Sport“, bereits viel bewegen können. „Sport ist das Mittel für Verständigung“, sagte Paul Schlee, der seit 25 Jahren in Deutschland lebt und durch seine Trainertätigkeit in Berlin vielen jungen Menschen mit Migrationshintergrund den Weg, nicht nur im Sport, sondern zum Teil auch ins Leben ebnen half. Sich tolerieren, miteinander klarkommen, egal woher man kommt, oder wie man aussieht – das lernt man automatisch, wenn man gemeinsam Sport treibt.

Die positiven Beispiele am Parlamentarischen Abend haben wieder einmal viel und Vielen Mut gemacht. Die 30-Jahr-Feier des Programms „Integration durch Sport“ hat erneut unterstrichen, wie stark die Kraft des Sports ist, Menschen zu verbinden, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, religiöser oder sexueller Orientierung. Der Sport nutzt diese Kraft. Und er wird sie auch in Zukunft nutzen, vielleicht mehr denn je, um unser gemeinsames Verständnis von Integration und Vielfalt noch weiter in die Welt zu tragen.

(Autorin: Ulrike Spitz)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • Talkrunde (v.li.) mit Paul Schlee, Ali Ahmad, Sebastian Ploog, Jasmin Blümel-Hillebrand, Katrin Müller-Hohenstein und Frank Eser Foto: Zöhre Kurc
    Talkgäste sitzen auf Stühlen auf einer Bühne: (v.li.) Paul Schlee, Ali Ahmad, Sebastian Ploog, Jasmin Blümel-Hillebrand, Katrin Müller-Hohenstein und Frank Eser. Foto: Zöhre Kurc

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